Merz Hat "Deutungshoheit über Kanzlerschaft Längst Verloren"
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Es ist ein ungewöhnlicher Schritt, als Bundeskanzler Friedrich Merz am Sonntag kurz nach Bekanntwerden der Prognosen der Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin vor die Kameras tritt. Der CDU-Chef wirbt trotz einer beispiellosen Wahlschlappe für seinen Reformkurs und zeigt, dass er im Amt bleiben will.

Für Constantin Wurthmann von der Universität Mainz ist das Merz-Statement noch vor der endgültigen Gewissheit, dass die CDU in Mecklenburg-Vorpommern aus dem Landtag fliegt, "eine Form der Verzweiflungstat" und ein "Sprung nach vorne".

Wurthmann Sieht Merz Politisch Stark Geschwächt

Viele Beobachter werteten Merz' Schritt zudem als Versuch, die Deutungshoheit über die Ergebnisse zu behalten und einer neuen Diskussion über einen möglichen Rücktritt zuvorzukommen. Politikwissenschaftler Wurthmann sagt dazu jedoch bei ZDFheute live:

"Das sind dann quasi so die letzten Zuckungen, würde ich fast schon sagen. Wenn jetzt nicht ein großes Wunder passiert", betont der Experte.

Insgesamt sei die Lage in der CDU sehr fragil und die Niederlage in Mecklenburg-Vorpommern die größte in der Geschichte der Partei bei Landtagswahlen.

Denn die CDU werde in Schwerin keine Fraktion mehr haben und müsse Mitarbeiter entlassen.

Constantin Wurthmann...

... ist Professor für Politisches Verhalten und Repräsentation an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Unter seine Forschungsfelder fallen unter anderem Wahlverhalten, politische Haltungen und Wahlpartizipation sowie politische Soziologie und Demokratieforschung.

Politikwissenschaftler: Reformen Nicht Nachvollziehbar Gemacht

Zu den anstehenden Reformen und dem Rückhalt in der Bevölkerung sagt Wurthmann, dass Union und SPD es nicht hinbekommen hätten, Reformen nachvollziehbar zu machen und zu erklären, wohin sie eigentlich wollen. Man habe die "Menschen auch gar nicht mitgenommen".

Auf die Frage, ob die politische Mitte nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern jetzt endgültig vor dem Aus stehe, sagte der Politikwissenschaftler:

Und auch das Vertrauen in Politiker sei auf einen Tiefstand gesunken. Allerdings zeigten Landtagswahlen in Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz auch, dass die politische Mitte erfolgreich sein könne.

Parteien Verlieren Ihre Traditionellen Stammwähler

Das Problem sei auch, dass die Parteien ihre Wähler-"Grundbasis" verlören. Denn Stammwähler, die beispielsweise wegen ihrer Konfession immer eine Partei wählen, sterben laut Wurthmann langsam aus.

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Aus Sicht des Politikwissenschaftlers ist ein Wendepunkt in der Parteienlandschaft nicht erst mit den Landtagswahlen vom Sonntag eingeläutet, sondern bereits mit dem Niedergang der FDP.

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Quelle: ZDFÜber das Thema berichtete ZDFheute live am 21.09.2026 ab 8 Uhr.

... ist Professor für Politisches Verhalten und Repräsentation an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Unter seine Forschungsfelder fallen unter anderem Wahlverhalten, politische Haltungen und Wahlpartizipation sowie politische Soziologie und Demokratieforschung.

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