Militärkapelle, Truppenparade, Staatsbankett: Donald Trump hat alles aufgefahren, um Xi Jinping in Washington zu empfangen. Der US-Präsident begrüßt den chinesischen Staatschef persönlich am Rollfeld - eine Ehre, die ausländischen Gästen selten zuteil wird - und rollt ihm sechs Wochen vor den Midterms den roten Teppich aus. Die Botschaft der Bilder ist eindeutig: Nähe und Respekt, statt Konfrontation.
Präsident Trump spricht von einer großartigen Freundschaft mit Xi, "basierend auf wechselseitigem Respekt und den gemeinsamen Interessen unserer Völker":
Und auch Xi wirbt für Harmonie:
Allerdings Gibt Es Einige Streitthemen Zwischen Usa Und China
Dabei gäbe es eigentlich genug Stoff für Streit. Denn Trump und Xi treffen sich vor einer langen Liste ungelöster Konflikte. Die USA und China ringen um Zölle und Handelshemmnisse, um Computerchips und Künstliche Intelligenz, um Rohstoffe und technologische Vorherrschaft.
Hinzu kommen die Spannungen um Taiwan, das Peking als Teil Chinas betrachtet, während Washington die Insel weiterhin unterstützt. Auch Chinas Beziehungen zu Russland und Iran belasten das Verhältnis.
Und dann ist da Chinas enge wirtschaftliche Beziehung zu Russland. China ist der wichtigste Abnehmer russischen Öls und damit ein zentraler Handelspartner Moskaus. Washington wiederum wirft Peking vor, Russland wirtschaftlich den Rücken freizuhalten.
Pandas Als Geste Der Freundschaft
Trotzdem bemühen sich beide Seiten sichtbar um einen versöhnlichen Ton. Xi kündigt an, die USA erneut mit Pandas zu versorgen, den "Botschaftern der Freundschaft". Die sogenannte Panda-Diplomatie hat in China Tradition: Die Tiere werden gezielt eingesetzt, um politische Nähe und gute Beziehungen zu anderen Ländern zu symbolisieren.
Außerdem sollen in den kommenden Jahren Zehntausende junge Amerikaner zu Austauschprogrammen nach China eingeladen werden.
Trump Braucht Erfolge
Nach den Gesprächen im Oval Office zeigt Trump seinem Gast noch seinen neuen Hubschrauberlandeplatz. Auch diese Bilder sollen Nähe demonstrieren. Doch genau das wird für Trump zum politischen Risiko. Denn während der Präsident Xi als Freund bezeichnet, steht China in Washington zugleich unter Verdacht, Iran beim Aufbau seiner militärischen Fähigkeiten zu helfen.
Das Wall Street Journal berichtet über Lieferungen chinesischer Elektronikbauteile für iranische Raketen sowie mögliche Unterstützung durch chinesische Satellitendaten. Für Kritiker stellt sich deshalb die Frage: Warum erhält ausgerechnet ein solcher Partner einen Empfang wie ein enger Verbündeter?
Sechs Wochen vor den Midterms kann Trump sich keinen Empfang leisten, der nur spektakulär aussieht.
Katharina Schuster ist Korrespondentin im ZDF-Studio in Washington D.C.
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